Behandlung der Fehlsichtigkeit

Makuladegeneration

Die auf der Netzhautmitte liegende Stelle des schärfsten Sehens wird medizinisch Makula genannt. Sie ermöglicht das Lesen, das Erkennen von Details und das Unterscheiden von Farben.

Bei einer Makuladegeneration (auch „gelber Fleck“ genannt) liegt in diesem winzigen Areal eine Störung vor. Die zentrale Sehschärfe geht ganz oder teilweise verloren (z.B. die Mitte des Gesichtsfeldes ist verzerrt, unscharf oder ein dunkler Fleck).

Die häufigste Form ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD).

Ursachen – Risikofaktoren

  • Alter (Risiko steigt mit zunehmendem Lebensalter)
  • Positive Familienanamnese (Makuladegeneration bei Familienangehörigen)
  • Mangel an wichtigen Nährstoffen (Vitamine, Mineralien)
  • Kreislauferkrankungen (Bluthochdruck)
  • Intensive oder längere UV-Lichteinwirkung
  • Rauchen
  • Überangebot des Wachstumfaktors VEGF (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor – körpereigenes Eiweißmolekül)

Formen der altersbedingten Makuladegeneration

In den meisten Fällen handelt es sich um eine trockene AMD, die langsam und über Jahrzehnte verläuft. Man erkennt sie an den weißlich-gelben Ablagerungen in der Netzhaut, den sogenannten Drusen.
Die feuchte AMD ist seltener, verläuft aber aggressiver und schädigt die Netzhaut. Es wachsen krankhafte Blutgefäße in die Netzhaut ein, die Gefäßwände sind undicht, Flüssigkeit und Blutbestandteile treten aus. Das Sehvermögen schwindet in kurzer Zeit.

Früherkennung der AMD

Aufgrund des schmerzlosen Krankheitsverlaufes werden erste Symptome von den Betroffenen nicht bemerkt. Typische Symptome sind:

  • Unscharfes Sehen im fixierten Bereich (z.B. beim Lesen grauer Fleck oder fehlende Buchstaben)
  • Verschlechterte Farb- und Kontrastwahrnehmung
  • Gerade Linien erscheinen gekrümmt oder verbogen (Selbsttest mit Amsler-Gitter)

Aufgetretene Sehschädigungen können nicht mehr behoben werden. Aus diesem Grund ist die Früherkennung besonders wichtig. Durch eine augenärztliche Untersuchung können Veränderungen in der Netzhautmitte frühzeitig festgestellt werden. Folgende Untersuchungen sind möglich:

    Untersuchung der Makula mit einem Augenspiegel

  • Farbstoffuntersuchungen (Fluoreszenzangiographie kurz FLA) verlinkt
  • Amsler-Gitter-Test
  • Optische Kohärenz-Tomographie (OCT) verlinkt

Den Amsler-Gitter-Test kann jeder Patient selbst durchführen. Das dazu benötigte Amsler-Gitter liegt in der Augenklinik und bei jedem Facharzt aus, zudem erläutert das medizinische Fachpersonal den Test auf Anfrage ausführlich. Für jede Untersuchung gilt, dass im Falle der Diagnose einer krankhaften Veränderung eine sofortige Behandlung notwendig ist.

Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration

Die Behandlung der AMD kann den Krankheitsverlauf verlangsamen, im besten Falle stoppen. Schädigungen der Netzhaut können nicht rückgängig gemacht werden.

Ein neuer Behandlungsansatz bei Vorliegen der feuchten AMD ist die sogenannte intravitreale Medikamenteneingabe (die Einspritzung von Medikamenten) in den Glaskörper. Der Wirkungsmechanismus dieser Medikamente liegt in der selektiven Hemmung des Wachstumsfaktors VEGF. Ziel dieser Behandlung ist es, die krankhafte Neubildung von Blutgefäßen zu verhindern und die Gefäße abzudichten.

Bei dieser Therapie spritzt der Augenarzt unter örtlicher Betäubung ein Medikament in das Innere des Augapfels. Die Wirkstoffe gelangen somit direkt und in hoher Konzentration an die Netzhaut. Bestimmte Hüllsubstanzen können zudem eine langsame und kontinuierliche Freisetzung des Wirkstoffes veranlassen, so dass dieser erst nach und nach abgegeben wird und seine Wirkung über einen längeren Zeitraum entfalten kann.

Nach einer Erweiterung der Pupille und lokaler Betäubung mit Tropfen wird das Auge zur Desinfizierung gespült. Im Anschluss wird die Injektion mit einer sehr feinen dünnen Nadel in etwa vier Millimeter Abstand zum Rand der Iris gesetzt. Die Nadel hat einen Durchmesser von 0,2 mm und wird ca. 6 bis 7 mm ins Augeninnere bis zur Mitte des Glaskörpers eingeführt. Der Glaskörper selbst enthält keine Blutgefäße oder Nerven und ist somit schmerzunempfindlich. Auch deshalb wird der Eingriff vom Patienten kaum wahrgenommen. Eine Kontrolle unmittelbar nach dem Eingriff schließt mögliche Komplikationen aus.

Diese Behandlungsmethode wird immer häufiger angewandt, da durch die direkte Medikamentengabe unerwünschte Nebenwirkungen an anderen Organen verhindert werden können. Der Eingriff ist minimal-invasiv, kann ambulant durchgeführt werden und ist für den Patienten weitestgehend schmerzfrei. Die Behandlung sollte jedoch nur von einem Facharzt der Augenheilkunde mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden, um mögliche Risiken (Infektionen) zu vermeiden. Dies ist eine dringende Empfehlung der Deutschen Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands(BVA) und der Retinologischen Gesellschaft zur Qualitätssicherung. Die Augenklinik Mühldorf richtet sich nach den Empfehlungen dieser Verbände und legt zudem ein besonderes Augenmerk auf die Nachsorge nach einem Injektionseingriff. Neben der direkten Kontrolle erfolgt stets ein weiterer Kontrolltermin nach einigen Tagen.
In der Regel erfolgt die Behandlung zunächst drei- bis fünfmal im Abstand von je vier Wochen und wird mit regelmäßigen OCT-Untersuchungen begleitet, um den Therapieerfolg zu beurteilen. Je nach Behandlungsverlauf können Anpassungen oder weitere Injektionen erforderlich sein.

Für die häufigere und langsam voranschreitende trockene AMD wird die Einnahme von Lutein empfohlen. Lutein wirkt wie ein Filter, der die Makula vor schädlichen Lichteinwirkungen (UV-Licht) schützt und freie Radikale im Augenbereich abbaut.