Linsenimplantation

Es gibt zwei Formen einer Linsenimplantation, den Austausch der körpereigenen Linse (refraktiver Linsentausch, siehe Laser-Linsentausch) durch eine künstliche Linse und die Implantation einer zusätzlichen, künstlichen Linse (phake Linsenimplantation). Beide Methoden ermöglichen den Ausgleich sehr großer Sehfehler, da keine Beschränkung durch das körpereigene Gewebe vorhanden ist.

Behandlungsmethode phake Linsenimplantation

Bei diesem sehr schonenden Eingriff wird eine künstliche Linse (ähnlich einer Kontaktlinse) ins Augeninnere eingesetzt, die körpereigene Augenlinse bleibt dabei erhalten. Anders jedoch als eine Kontaktlinse ist die künstliche Linse für den Patienten weder spürbar, noch muss sie gereinigt oder getauscht werden. Der Facharzt entscheidet je nach vorangegangenen Untersuchungen und Beratungsgesprächen, ob eine Hinterkammerlinse oder eine Vorderkammerlinse, die geeignete künstliche Linse für den jeweiligen Patienten ist.
Die kleine, weiche Hinterkammerlinse wird zwischen Iris und körpereigener Linse in der Augenhinterkammer platziert. Da diese Speziallinse auf Collagen-Basis erstellt wird, nimmt der Körper sie nicht als Fremdkörper wahr und die natürliche Augenfunktion wird nicht behindert.
Die Vorderkammerlinse wird zwischen Hornhautrückfläche und Irisvorderfläche vor der Iris in der Augenvorderkammer eingesetzt. Die Nah- und Ferneinstellungsreaktion der körpereigenen Augenlinse wird dadurch nicht beeinflusst, so dass die zusätzlich eingesetzte Linse wie eine Kontaktlinse funktioniert, die den Sehfehler ausgleicht.
Beide Linsentypen sind reversibel. Das Einsetzen der künstlichen Linsen erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung und ist für den Patienten im Allgemeinen schmerzfrei. Die Operationsdauer liegt bei etwa 10 Minuten pro Auge. Gelegentlich tritt in den Stunden nach dem Eingriff ein Fremdkörpergefühl oder leichtes Augenbrennen auf, das mit der Zeit völlig abklingt.